Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Benutzerspezifische Werkzeuge
Sektionen
„Wir in Witten sind gut vernetzt. Netzbetrieb der Stadtwerke in Witten
Stromnetz Elektromobilität in Witten

Fragen & Antworten

1. Weitere Auflagen, z. B. Ladesäulenverordnung (LSV) und Bundesnetzagentur (BNetzA)

Wenn Sie eine Ladeeinrichtung planen, sind technische Eigenschaften und weitere Meldepflichten zu erfüllen. Man unterscheidet zwischen

öffentlich zugängliche Ladeeinrichtungen

Wenn Ihre Ladeeinrichtung öffentlich zugänglich ist, ist die Ladesäulenverordnung (LSV) zu beachten. Im Sinne der LSV „ist ein Ladepunkt öffentlich zugänglich, wenn er sich entweder im öffentlichen Straßenraum oder auf privatem Grund befindet, sofern der zum Ladepunkt gehörende Parkplatz von einem unbestimmten oder nur nach allgemeinen Merkmalen bestimmbaren Personenkreis tatsächlich befahren werden kann“ (§ 2 Nr. 9 LSV). Dies trifft z. B. immer dann zu, wenn jeder Zugang zur Ladeeinrichtung hat und diese auch nutzen kann, wie in öffentlichen Parkhäusern oder Parkflächen an oder auf Ihrem Betriebsgelände.

Sofern dies zutrifft, ist der Betreiber von öffentlich zugänglichen Normal- und Schnellladepunkten verpflichtet, dies der Bundesnetzagentur (BNetzA) schriftlich oder elektronisch anzuzeigen (siehe § 5 Abs. 1 und Abs. 4 S. 2 LSV). Beachten Sie, dass die Anzeige über den Aufbau mindestens vier Wochen vor dem geplanten Beginn des Aufbaus von Ladepunkten erfolgen soll. Es ist keine Genehmigung der BNetzA erforderlich.

private (nicht öffentliche) Ladeeinrichtungen

Befindet sich Ihre Ladeeinrichtung auf einem Firmen- oder Privatgelände und steht nur einem geschlossenen Benutzerkreis zur Verfügung (z. B. Mitarbeiter oder Flottenfahrzeuge), dann handelt es sich um eine private (nicht öffentliche) Ladeeinrichtung. In diesem Fall bestehen keinerlei Meldepflichten gegenüber der BNetzA. Im privaten Bereich betrifft dies insbesondere den privaten Stellplatz bzw. die private Garage.

2. Warum muss eine Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber angemeldet werden?

Gemäß den allgemeinen anerkannten Regeln der Technik sowie der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) sind Ladeeinrichtungen anzumelden, siehe VDE-AR-N 4100 (Kapitel 4.1) und NAV (§19).

Ladungen von Elektrofahrzeugen führen zu einer zusätzlichen Belastung des Netzes und können unter Umständen Versorgungsunterbrechungen verursachen. Die Kenntnis über sämtliche Ladeeinrichtungen im Stadtgebiet versetzt uns in die Lage, unsere Netzplanung entsprechend auszurichten und somit die Versorgungssicherheit auch in Zukunft sicherzustellen.

3. Wann muss man eine Ladeeinrichtung beim Netzbetreiber anmelden?

Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzuge sind gemäß §19 NAV sowie VDE-AR-N 4100 (Kapitel 4.1) beim Netzbetreiber anzumelden. Hierzu zählen insbesondere Ladeeinrichtungen mit Bemessungsscheinleistungen ≥ 3,6 kVA – das sind Ladeeinrichtungen mit Anschlussleistungen von 3,7 kW, 11 kW, 22 kW oder höher – sowie regelmäßige Ladungen an der „normalen“ Steckdose bei kleiner Leistung von bspw. 2,3 kW. Hierbei ist es irrelevant, ob es sich um eine mobile oder fest installierte Ladeeinrichtung handelt.

Sollte bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge eine Summen-Bemessungsleistung von 12 kVA je Kundenanlage erreicht bzw. überschritten werden, bedarf es gemäß §19 NAV sowie VDE-AR-N 4100 (Kapitel 4.1) der Beurteilung und Zustimmung der Stadtwerke Witten GmbH vor Installationsbeginn.

Dies trifft zu, wenn z. B. zwei Ladeeinrichtungen mit Anschlussleistungen von 11 kW oder eine Ladeeinrichtung mit einer Anschlussleistung von 22 kW installiert werden sollen. Auch eine nachträgliche Installation einer zweiten Ladeeinrichtung kann hiermit gemeint sein.  

Ausnahme: Bei einem Anschlusspunkt an einem kundeneigenen Trafo (einer kundeneigenen Transformatorenstation) ist dies nicht verpflichtend, da hier die TAB der Mittelspannung bindend ist. Wir bitten dennoch ausdrücklich um eine Anmeldung der Ladeeinrichtungen, damit wir die Entwicklung der Elektromobilität in Witten zuverlässig beobachten können.

4. Definition Anschlussnehmer

Die Begriffe des Anschlussnehmers und Anschlussnutzers sind gesetzlich definiert.

Anschlussnehmer

„Gemäß § 1 Abs. NAV ist Anschlussnehmer jedermann im Sinne des § 18 Abs. 1 Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes, in dessen Auftrag ein Grundstück oder Gebäude an das Niederspannungsnetz angeschlossen wird oder im Übrigen jeder Eigentümer oder Erbbauberechtigte eines Grundstücks oder Gebäudes, das an das Niederspannungsnetz angeschlossen ist.“

Neben dem Eigentümer kann nach §1 Abs. 2 NAV jede andere Person Anschlussnehmer – und damit auch Inhaber des Anschlussanspruchs aus § 18 EnWG – sein, in deren Auftrag an den Netzbetreiber der Anschluss erfolgt. Nur ist in diesen Fällen die Zustimmung des Eigentümers erforderlich (§ 2 Abs. 3 NAV).

Der Anschlussnehmer schließt einen Netzanschlussvertrag mit dem Netzbetreiber ab, sorgt für die Einhaltung der vertraglichen Leistung und ist der Rechnungsempfänger in Sachen Baukostenzuschuss (BKZ).

Im Falle einer Eigentümergemeinschaft empfehlen wir dies bestenfalls im Vorfeld mit dem Verwalter abzustimmen.

Anschlussnutzer

„Gemäß § 1 Abs. 3 NAV ist Anschlussnutzer jeder Letztverbraucher, der im Rahmen eines Anschlussnutzungsverhältnisses einen Anschluss an das Niederspannungsnetz zur Entnahme von Elektrizität nutzt.“

Anschlussnutzer im Sinne der Verordnung ist nach der Legaldefinition des Abs. 3, wer als Letztverbraucher einen Anschluss zur Entnahme von Strom in Niederspannung nutzt. Das ist neben dem Eigentümer, der sein angeschlossenes Gebäude selbst bewohnt, insbesondere der Mieter einer bereits angeschlossenen Wohnung oder der Pächter eines angeschlossenen Grundstücks.

5. Welche Ladeleistung ist die Richtige – 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW?

Zunächst sollten Sie schauen, welche Ladeleistung Ihr Fahrzeug überhaupt ermöglicht? Die meisten Fahrzeuge mit elektrischen Antrieb, besonders bei Plug-In Hybriden, können nur mit maximal 3,7 kW laden. Andere Fahrzeuge sind bereits in der Lage mit 11 kW zu laden, aber nur sehr wenige bieten überhaupt die Möglichkeit an mit 22 kW zu laden. Die Installation einer höheren Ladeleistung bringt somit keinen Mehrwert. Die Empfehlung der Stadtwerke Witten GmbH lautet daher eine Ladeeinrichtung mit maximal 11 kW zu installieren.

In allen Fällen gilt die Anmeldung Ihrer Ladeeinrichtung mittels unseren Formulars.

Anbei eine Übersicht mit hilfreichen Informationen zur Orientierung hinsichtlich der üblichen Ladeleistungen.

Übersicht Ladeleistungen

6. Bedeutet „kW“ das gleiche wie „kVA“?

Die Ladeeinrichtungen werden typischerweise immer mit Ihrer Wirkleistung [kW] angegeben, wie beispielsweise 3,7 kW, 11 kW oder 22 kW. Die im Anmeldeformular relevante Angabe ist allerdings die Bemessungsscheinleistung [kVA]. Als Umrechnungsfaktor wird der Phasenverschiebungsfaktor [cosϕ] genutzt, welcher gemäß VDE-AR-N 4100 (Kapitel 10.6.3) bei Nennleistung zwischen 0,95 und 1 liegen soll.

7. Was bedeutet „maximale Netzbezugsleistung“?

Hierbei ist die Summen-Bemessungsleistung [kVA] gemeint, welche vom Anschlusspunkt des öffentlichen Netzes benötigt wird.

Sollten Sie eine Ladeeinrichtung installieren, welche mittels Last- oder Lademanagement keine zusätzliche Leistung aus dem öffentlichen Netz beziehen wird, so ist der Wert „0“. Dies muss im Datenblatt im Bemerkungsfeld notiert werden.

Zwei Beispiele entsprechend der VDE-AR-N 4100 (Kapitel 4.1):

  • Installieren Sie eine Ladeeinrichtung mit 3,7 kW oder 11 kW, so beträgt Ihre maximale Netzentnahmescheinleistung < 12 kVA und ist lediglich anmeldepflichtig.
  • Installieren Sie zwei Ladeeinrichtungen mit 3,7 kW und 11 kW, so beträgt Ihre maximale Netzentnahmescheinleistung ≥ 12 kVA und ist somit anmelde- und zustimmungspflichtig.


Beachten Sie auch bei Ladeeinrichtungen > 12 kVA die Verpflichtung einer Regeleinrichtung zur Netzintegration über eine Unterbrechbarkeit durch den Netzbetreiber gemäß VDE‑AR‑N 4100, Kapitel 10.6.4. Dies kann mittels Rundsteuerempfänger und Leistungsschütz bzw. Rundsteuerempfänger und Hilfskontakt der Ladeeinrichtung erfolgen.

Sie haben eine Ladeeinrichtung in Ihrer Garage installiert und möchten eine weitere Ladeeinrichtung am Stellplatz installieren, so ist ebenfalls die Summen- Bemessungsleistung beider Ladeeinrichtungen relevant.

8. Steuerbarkeit bzw. Wirkleistungssteuerung

Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit einer Bemessungsleistung > 12 kVA müssen gemäß VDE-AR-N 4100 (Kapitel 10.6.4) eine Möglichkeit zur Steuerung / Regelung (z. B. in 10 %-Schritten), eine intelligente zeitliche Steuerung oder Regeleinrichtungen zur Netzintegration über eine Unterbrechbarkeit durch den Netzbetreiber aufweisen. Gemäß VDE-AR-N 4100 (Kapitel 9) muss die Funktionsweise einer zentralen Steuerung von Messeinrichtungen (z. B. Tarifsteuerungen) nach den Vorgaben des Messstellenbetreibers erfolgen. Die zentrale Steuerung von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG, Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge mit einer Bemessungsleistung > 12 kVA ist nach den Vorgaben des Netzbetreibers vorzunehmen. Dies kann mittels Rundsteuerempfänger und Leistungsschütz bzw. Rundsteuerempfänger und Hilfskontakt der Ladeeinrichtung erfolgen. Siehe hierzu auch Wirkleistungssteuerung grafisch.

Der Abfragepunkt „Steuerbarkeit“ im Datenblatt bezieht sich auf die Möglichkeit der Steuerbarkeit des Ladestroms der Ladeeinrichtung mittels Schnittstelle und OCCP-Protokoll. Wir empfehlen ausdrücklich diese Eigenschaft an Ihrer Ladeeinrichtung vorzuhalten, das dies in Zukunft eine wesentliche Rolle zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit haben wird. Dies wird bspw. sogar bereits in der kfw-Förderung vom November 2020 gefordert.

9. Besonderheit beim Laden / Symmetrie im Netz

Sämtliche Ladeeinrichtungen dürfen nur angeschlossen werden, wenn eine einphasige Leistung von ≤ 4,6 kVA (entspricht 20 A) nicht überschritten wird. Hierbei sollte die Ladeeinrichtung auf die Phase mit der höchsten Spannung bzw. auf der gleichen Phase der eigenen Erzeugungs- oder Speicheranlage angeschlossen werden.

Ab einer Anschlussleistung > 4,6 kVA müssen die Ladeeinrichtungen grundsätzlich dreiphasig (symmetrisch) angeschlossen und betrieben werden. Nähere Details sind in der VDE-AR-N 4100 (Kapitel 5.5.1 bzw. Kapitel 5.5.2.) nachzulesen.

10. Anschluss am Zähler – Was ist zu beachten?

Aufgrund der Energiewende und der sich stetig ändernder Rahmenbedingungen im gesamten Energiesektor empfehlen wir jedem Bauherrn bzw. Anschlussnehmer einen separaten Zähler nur für die Ladeeinrichtungen vorzusehen bzw. nachzurüsten. Es ist möglich, dass in absehbarer Zukunft eine rechtliche Verpflichtung eingeführt wird, sodass jeder Ladestrom separat zu messen ist. Eine erneute Anpassung der Anlage wäre somit nicht erforderlich. In Neubauten sollte dieser zusätzliche Zählerplatz bereits in der Planung berücksichtigt werden.

Grundsätzlich haben unsere verbauten Zähler eine maximale Belastbarkeit von bis zu 44 A (Dauerstrombelastbarkeit, bspw. Ladeeinrichtungen) und 60 A (kurzzeitige Leistungsspitze durch haushaltsübliche Verbrauchsgeräte). Dies hat thermische Gründe, siehe hierzu auch VDE-AR-N 4100 Abschnitt 7.3. Daher muss darauf geachtet werden, dass beim Anschluss einer Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge der vorgegebene Grenzwert nicht überschritten wird.

Beachten Sie auch bei Ladeeinrichtungen > 12 kVA die Verpflichtung einer Regeleinrichtung zur Netzintegration über eine Unterbrechbarkeit durch den Netzbetreiber gemäß VDE‑AR‑N 4100, Kapitel 10.6.4. Dies kann mittels Rundsteuerempfänger und Leistungsschütz bzw. Rundsteuerempfänger und Hilfskontakt der Ladeeinrichtung erfolgen.

Zwei Beispiele:

  • Haben Sie einen Wärmepumpen-Zähler, so können Sie diesen abhängig Ihrer Ladeleistung grundsätzlich nutzen, um Ihre Ladeeinrichtung anzuschließen. Wir empfehlen dennoch einen separaten Zähler zu installieren.
  • Sie haben keine Wärmepumpe und möchten die Ladeeinrichtung an Ihren „Wohnungsähler“ anschließen, so ist dies abhängig Ihrer Ladeleistung grundsätzlich möglich. Wir empfehlen dennoch einen separaten Zähler zu installieren.

 

Beachten Sie in allen Fällen, dass alleine durch die Installation einer Ladeeinrichtung die Einhaltung der aktuellen TAR 4100 zwingend erforderlich ist. Dies kann dazu führen, dass eine Erneuerung der Zähleranlage erforderlich ist.

11. Wo finde ich das Datenblatt?

Auf unserer Homepage unter https://netze.stadtwerke-witten.de/stromnetz/elektromobilitaet-in-witten/anmeldung-einer-ladeeinrichtung-fuer-elektrofahrzeuge findet man das Formular als beschreibbare PDF-Datei oder klicken Sie einfach hier.

12. Wer füllt das Datenblatt aus?

Das Datenblatt wird grundsätzlich von dem Elektroinstallateur ausgefüllt, der mit der Installation beauftragt wird, da der Anschlussnehmer nicht immer über alle technischen Informationen verfügt. Es ist aber auch möglich, dass der Anschlussnehmer oder der Eigentümer der Ladeeinrichtung das Datenblatt ausfüllt. In beiden Fällen ist die Angabe und die Unterschrift des Installateurs verpflichtend.

13. Wohin sendet man das Datenblatt?

Bitte senden Sie das digital ausgefüllte Datenblatt ausschließlich an elektromobilitaet@stadtwerke-witten.de. Sollten sie ein anderes Postfach wählen, so kann eine Bearbeitung nicht garantiert werden.

14. Wie lange dauert die Bearbeitung der Anmeldung?

Nach Einreichung der Unterlagen an elektromobilitaet@stadtwerke-witten.de erhalten Sie eine Eingangsbestätigung sofern Ihre Anmeldungsunterlagen vollständig sind und wir bearbeiten Ihr Anliegen. Bei einer Leistung von <12 kVA folgt die Kenntnisnahme innerhalb weniger Werktage. Bei einer Bemessungsleistung > 12 kVA kann eine schriftliche Stellungnahme bis zu zwei Monaten betragen.

Sollten Ihre Unterlagen unvollständig oder fehlerhaft ausgefüllt sein, so folgt keine Eingangsbestätigung und Ihre Anmeldung kann nicht bearbeitet werden.

15. Wann darf ich mit der Installation beginnen?

Bei Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzuge mit Bemessungsscheinleistungen < 12 kVA je Kundenanlage können Sie sofort mit der Installation beginnen. Dennoch empfehlen wir die Kenntnisnahme abzuwarten, da auch hierbei Situationen vorliegen können, in welchen die zusätzliche Dauerlast zu einer Überschreitung von Betriebsmitteln führen kann.

Sollte eine Summen-Bemessungsleistung 12 kVA je Kundenanlage erreicht bzw. überschritten und eine entsprechende Beurteilung und Zustimmung (Genehmigung) erforderlich sein, so darf erst mit der Installation begonnen werden, wenn dem Anschlussnehmer bzw. dem Elektroinstallateur eine schriftliche Zustimmung vorliegt.

Die Beurteilung und Zustimmung ist auch dann erforderlich, wenn zeitversetzt (in Nachgang) am selben Hausanschluss noch eine zweite oder dritte Ladeeinrichtung installiert werden soll.

16. Was passiert ohne eine Anmeldung?

Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge unabhängig derer Ladeleistung sind gemäß § 19 NAV anmeldepflichtig. Sollten Sie dennoch eine Ladeeinrichtung installieren, von denen die Stadtwerke Witten keine Kenntnis erhalten, kann dies Konsequenzen mit sich bringen.

Hierzu heißt es im § 19 Abs. 1 NAV:

„Anlage und Verbrauchsgeräte sind vom Anschlussnehmer oder -nutzer so zu betreiben, dass Störungen anderer Anschlussnehmer oder -nutzer und störende Rückwirkungen auf Einrichtungen des Netzbetreibers oder Dritter ausgeschlossen sind.“

Zudem steht in § 19 Abs. 2 NAV u.a.:

„Erweiterungen und Änderungen von Anlagen sowie die Verwendung zusätzlicher Verbrauchsgeräte sind dem Netzbetreiber mitzuteilen, soweit sich dadurch die vorzuhaltende Leistung erhöht oder mit Netzrückwirkungen zu rechnen ist. Auch Ladeeinrichtungen für Elektrofahrzeuge sind dem Netzbetreiber vor deren Inbetriebnahme mitzuteilen…“

 

Gehen somit von der Anlage oder den Verbrauchsgeräten des Anschlussnehmers oder -nutzers Störungen anderer Anschlussnehmer oder –nutzer aus oder kommt es zu störenden Rückwirkungen auf Einrichtungen des Netzbetreibers oder Dritter, so ist der Netzbetreiber nach § 24 Abs. 1 NAV berechtigt, den Netzanschluss und die Anschlussnutzung ohne vorherige Androhung zu unterbrechen, wenn der Anschlussnehmer oder –nutzer der Niederspannungsanschlussverordnung zuwiderhandelt. Darüber hinaus kann der Anschlussnehmer oder -nutzer zu Schadenersatz verpflichtet sein.

17. Was ist ein Baukostenzuschuss?

Der Netzbetreiber kann gemäß § 11 NAV von dem Anschlussnehmer einen angemessenen Baukostenzuschuss zur teilweisen Deckung der bei wirtschaftlich effizienter Betriebsführung notwendigen Kosten für die Erstellung oder Verstärkung der örtlichen Verteileranlagen des Niederspannungsnetzes verlangen. Dieser wird erforderlich bei einer Gesamtleistung von P > 30 kW am Netzanschlusspunkt (bspw. HAK).

18. Warum wir dein neuer Netzanschlussvertrag benötigt?

Der Netzanschlussvertrag vereinbart alle Regelungen sowie die Rechten und Pflichten über den Netzanschluss der elektrischen Anlage des Anschlussnehmers, an die eine oder mehrere Erzeugungs-/Batteriespeicheranlage/n angeschlossen ist bzw. sind (wie z. B. eine Ladeeinrichtung oder Ladesäule), an das Netz des Netzbetreibers zur Entnahme und Einspeisung von Elektrizität.

19. Was passiert, wenn das Anschlusskabel nicht ausreicht?

Es ist möglich, dass bei der Bearbeitung Ihrer Anmeldung festgestellt wird, dass das Anschlusskabel (Hausanschlusskabel) nicht ausreicht oder andere Maßnahmen vor Installation der Ladeeinrichtungen erforderlich werden. In diesen Fällen werden wir eine Netzanschlussverstärkung mit dem Anschlussnehmer abstimmen und ggf. den Elektroinstallateur mit einbeziehen. Anschließend erhält der Anschlussnehmer ein verbindliches Angebot zu möglichen Anschlussverstärkung. 

20. Was ist ein Last- bzw. Lademangement?

Ein Managementsystem gibt es optional bei vielen Herstellern und dient grundsätzlich einer Leistungsreduzierung beim Netzbetreiber ohne Komfortverzicht beim Nutzer.

Das System gibt es in unterschiedlichsten Funktionsarten, anbei ein paar Beispiele:

  • Mehrere Ladeeinrichtungen kommunizieren untereinander und teilen sich die angemeldete Leistung auf (Master, Slave).
  • Spulen überwachen den Stromfluss und die Ladeeinrichtung gibt anhand einer festgelegten Leistung die maximale Leistungsdifferenz zeitgenau für die Ladeeinrichtung frei.
  • Ein zusätzliches Betriebsmittel regelt anhand einer festgelegten Leistung die verfügbare Leistung aller angeschlossenen Ladeeinrichtungen, bis der eingestellte Leistungswert erreicht wird.
     

Es können somit mehrere Ladeeinrichtungen errichtet werden und dennoch ist die Bezugsleistung vom Netzbetreiber so gering wie möglich. Dies spart Netzausbaukosten, Kosten beim Anschlussnehmer und ermöglicht mehr Nutzern die Möglichkeit laden zu können.

21. Downloads zum Thema Elektromobilität

Es gibt unzählige Foren und viele interessante Dokumente und Links zum Thema Elektromobilität. Einige Dokumente und Links haben wir hier angefügt:

Elektromobilität NRW"

„Elektromobilität – Ladeinfrastruktur in Wohngebäuden“

„Ladesäulenverordnung“

„Anzeige von Ladepunkten"


Speziell für Installateure:

„E-Check“ (im unteren Bereich der Homepage zu finden)